Susanne Rosin

Unternehmungen

radierung

Die Ausstellung "Kolonie im Haag" des Kunstvereins Alte Schule Baruth fand im Sommer 2013 in einem Brachland, wo nur noch Brennesseln und einige alte Obstbäume wachsen, statt. Dieser Ort ermöglicht es die Besetzung eines fremden Landes zu spielen:

Eine fremde Macht erobert ein wildes unzivilisiertes Land. (Falls es Ureinwohner gibt spielt das keine Rolle, wenn, werden sie in die aufzubauende Machtstruktur integriert). Die Machthaber findet hier die idealen Gegebenheiten zur Gründung einer neuen Kultur: Mit Hilfe von mitgebrachten Arbeiterkolonnen wird das Land nach ihren Wünschen gerodet. Es soll eine einmalige, neue Stadt, mit einer für die Begründer geplanten Architektur, entstehen. Eine für sie eigene Kultur soll sich manifestieren. Die Machtinhaber beginnen sich einen privaten Bereich zu errichten, ungesehen von den Bewohnern der Kolonie. Die Naturgewalt in diesem Land ist eine unkalkulierbare Größe, der Aufwand zur Errichtung der Kolonie ist größer als geplant. Das Geld geht aus, die Arbeiter verlassen das Land. Man muss die Pläne beschränken und am Baumaterial sparen. Die Kolonie, noch im Entstehen, wird mehr und mehr aufgegeben und verkommt.

Im Laufe der Zeit sollte den Verfall der neuen Welt sichtbar werden. Am Tag der Eröffnung der Ausstellung ist man noch optimistisch und die Aufbauarbeiten sind in vollem Gange, lediglich der Denkmalsockel zeigt aufgrund schlechten Baumaterials und unprofessioneller Fertigstellung bereits erste Schäden.


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